Zuhause bleiben und die Sprachentwicklung fördern
Als Therapeutin sage ich immer wieder, dass „Therapie eine tägliche, von Eltern angeleitete Aufgabe für zu Hause ist“… und daher bietet die aktuelle Situation eine Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren und gleichzeitig etwas Gutes zu tun...
Als Logopädin betone ich immer wieder, dass „Therapie eine tägliche, elterngeleitete,häuslicheAufgabe ist“... und daher bietet das aktuelle Klima die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und Gutes zu tun, während Sie zu Hause bleiben.
Genau wie beim Erlernen einer neuen Sprache erfordert das Kommunizierenlernen viel Übung undviele Wiederholungen.Das kann schwierig und langweilig sein, besonders für unsere Kleinen, die so gerne spielen! Schauen Sie sich also die Liste unten an und sehen Sie, ob Sie loslegen und dabei Spaß haben können!
Alle Spiele und Aktivitäten hier brauchen nichts Besonderes oder Teures und kommen mit Dingen aus, die ihr bestimmt schon zu Hause habt!
5 Aktivitäten für Kleinkinder zu Hause, die das Sprechenlernen fördern
1. Familienfotos anschauen
Fotos sind ein wunderbarer Gesprächsanlass, und wir alle haben viele davon – sei es in Alben, auf unseren Computern oder auf unseren Handys. Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Fotos an.Das Vorleben einfacher SpracheIhrem Kind hilft, Wortschatz zu lernen undSätze zu bilden.
Zeigen Sie auf die Dinge im Bild und machen Sie eine kurze Pause, um zu sehen, ob Ihr Kind ein Wort oder einen Satz sagt. Falls es nichts sagt, geben Sie ihm die passenden Wörter oder Sätze vor. Eine Aufschlüsselung von Beispielen, aufgeteilt nach Schwierigkeitsgraden, finden Sie unten.
Einfache Kleinkindbeschäftigung
Geben Sie Beispiele für einzelne Wörter und kurze Sätze aus zwei Wörtern, um die Dinge auf den Bildern zu benennen, z.B. Mama, Opa, Hund, Flugzeug, gelbe Blume, Papas Hut, Sam rennt, Kate schwimmt und Hollys Geburtstag.
Mittlere Kleinkindaktivität
Sprechen Sie kurze Sätze vor, die beschreiben, was auf den Bildern zu sehen ist, zum Beispiel: Das Kind planscht im Meer, Papa isst Pizza, das Baby wirft den Löffel, Opa schläft auf dem Sofa und Katie fährt ihr blaues Fahrrad.
Weiterführendes Kleinkind-Spiel
Fragen Sie, was auf den Bildern passiert, zum Beispiel: Wer rennt? Wo ist das Baby? Was macht Papa? Wie geht es Oma? Warum weint Ben? Und wann pusten wir Kerzen auf einem Kuchen aus?
2. Geschichten erzählen
Geschichten zu erzählen und dafür Gelegenheiten zu schaffen, ist eine wunderbare Möglichkeit, die mündliche Sprache zu unterstützen. Durch Geschichten können Kinder einen viel breiteren Wortschatz entdecken, als sie ihn im normalen Alltag verwenden würden. Nachfolgend finden Sie Beispiele, die wir nach Schwierigkeitsstufen unterteilt haben.
Einfache Kleinkind-Beschäftigung
Lesen Sie mit Ihren Kindern bekannte Geschichten. Lassen Sie bestimmte Schlüsselwörter in den Geschichten weg und schauen Sie, ob sie diese ergänzen können, z.B. „Mama warf den Ball zu…“, „Die Kinder planschten im…“, „Es ist Zeit für…“. Und falls sie die Lücke nicht füllen können, können Sie zur Unterstützung auf die Bilder zeigen und den Satz dann für sie vervollständigen.
Moderat anspruchsvolle Kleinkindaktivität
Malt zufällige Gegenstände auf Zettelchen, wie z.B. eine Blume, ein Auto, eine Krone, eine Kuh, einen Zauberstab, ein Buch, einen Zug usw., und gebt sie in einen Topf. Erzählt zusammen mit euren Kindern lustige Geschichten, indem ihr abwechselnd Bilder herauszieht, um die wichtigsten Details zu ergänzen. So entstehen jedes Mal neue, lustige und manchmal auch ganz schön alberne Geschichten, selbst wenn ihr dieselben Bilder benutzt. Zum Beispiel: Der Junge ging in den Laden, um eine … Kuh! … zu kaufen. Die Kuh aß gerne … Würstchen! … Der Junge nahm die Kuh mit zum … Zug … und sie reisten zum … Mond! Mit älteren Kindern könntet ihr auch getrennte Töpfe für Bilder von Gegenständen, Personen und Orten vorbereiten, aus denen sie dann auswählen können.
Aktivitäten für ältere Kleinkinder
Entwickelt mit eurem Kind eine Mindmap für Geschichtenideen. Sammelt dazu Wörter, die das „Was“, „Wo“, „Wer“, „Warum“ und „Wann“ beschreiben, und schreibt oder zeichnet sie auf ein Blatt Papier. Ihr könnt euch dann abwechseln und die Mindmaps nutzen, um die Geschichte mündlich zu erzählen. Familienmitglieder könnten die Geschichte beim Erzählen gleich nachspielen. Ihr könntet das Erzählen aufnehmen, um es euch später noch einmal anzuhören, oder sogar das Nachspielen filmen, um es als kleinen Film immer wieder anzusehen.
Für weitere Spiele und Aktivitäten zur Förderung des Erzählens und dem Fragenstellen und Beantworten schauen Sie sich dieSpeech Blub Appan.
3. Kreaturen gestalten
Ob ihr sie zeichnet oder aus Bastelmaterial und recycelten Verpackungen baut, neue und aufregende Kreaturen zu erschaffen, ist eine tolle Möglichkeit, neuen und ungewöhnlichen Wortschatz zu entdecken. Gemeinsam könnt ihr eine neue Kreatur entwerfen, die ihr zeichnen und/oder bauen könnt. Beim Sprechen darüber könnt ihr verschiedene Körperteile benennen und beschreiben, wie sie aussieht, sich bewegt und sich verhält, indem ihr Konzepte, Adjektive und Verben verwendet. Es ist eine tolle Möglichkeit, kreativ zu sein und dabei auch mal eine kleine Sauerei zu machen, während ihr gleichzeitig die Kommunikation fördert. Unten findet ihr Beispiele für die Sprache, die ihr vorleben könnt, aufgeteilt nach Schwierigkeitsgrad.
Einfache Kleinkind-Spielidee
- Nomen-Beispiele– Kopf, Augen, Füße, Schwanz, Nase, Haare, Flügel;
- Eigenschaftsbeispiele– groß, klein, rot, blau, grün usw.;
- Adjektiv-Beispiele– hart, weich, lang, kurz, schnell, langsam;
- Verb-Beispiele– laufen, gehen, fliegen, schlafen, essen, trinken.
Mittelschwere Kleinkind-Aktivität
- Nomen-Beispiele– Hals, Kralle, Mähne, Federn, Fell, Schuppen;
- Konzept-Beispiele– matt, nass, trocken, hell, dunkel;
- Adjektiv-Beispiele– pelzig, flauschig, scharf, klebrig, heiß, kalt, stinkend, hubbelig;
- Verb-Beispiele– krabbeln, klettern, rutschen, hüpfen, beißen, lecken, riechen, verstecken.
Weiterführende Spielidee für Kleinkinder
- Beispiele für Nomen– Reißzähne, Krallen, Horn, Nasenloch, Pfoten, Schnurrhaare;
- Beispiele für Konzepte– leise, laut, hinten, vorne, links, rechts;
- Beispiele für Adjektive– schwimmhäutig, wild, giftig, zahm, giftig;
- Beispiele für Verben– schleichen, jagen, graben, knurren, Winterschlaf halten, tauchen, krallen, brummen.
4. Was steckt in der Tasche?
Schnappt euch eine Tüte und sucht ein paar beliebige Gegenstände aus der Wohnung zusammen, um sie hineinzulegen. Nehmt abwechselnd einen Gegenstand aus der Tüte und haltet ihn versteckt. Nutzt die verschiedenen Spielideen weiter unten, um lustige und sprachreiche Spiele zu gestalten.
Spiel 1
Wer den Gegenstand in der Hand hält, beschreibt ihn – zum Beispiel, wie er aussieht, wie er sich anfühlt und was man damit macht. Die anderen Spieler raten, was es ist. Wer den Gegenstand zuerst errät, gewinnt und darf dann den nächsten Gegenstand aussuchen.
Spiel Zwei
Die anderen Mitspieler stellen der Person mit dem Gegenstand Fragen, um herauszufinden: Wie es aussieht? Welche Farbe es hat? Zu welcher Kategorie es gehört? usw. Wer als Erster errät, was es ist, gewinnt und darf dann selbst einen Gegenstand auswählen.
Spiel Drei
Die anderen Spieler stellen der Person mit dem Gegenstand nur Ja/Nein-Fragen, um mehr darüber zu erfahren . . . Ist es hart? Kann man es essen? Ist es spitz? Findet man es im Badezimmer?
- Einfache Gegenstände (Beispiele)– Apfel, Spielzeugauto, Schuh, Telefon, Tasse;
- Mittelschwere Gegenstände (Beispiele)– Handschuh, Haarbürste, Fernbedienung, Teller, Kartoffel;
- Schwierige Gegenstände (Beispiele)– Konservendose Bohnen, Schraubenschlüssel, Klebeband, Lineal, Knopf;
- Für weitere Spiele und Aktivitätenwie zum Beispiel „Tier erraten“ oder „Geräusch erraten“, sehen Sie sich dieSpeech Blub Appan.
5. Sichtschutzspiele
Barrierspiele sind super geeignet, um Anweisungen zu geben und beschreibende Sprache zu verwenden – egal ob mit Gegenständen oder Stift und Papier. Ihr könnt das ganz einfach aufbauen: Platziert eine Trennwand (zum Beispiel ein aufgestelltes Buch oder eine Müslischachtel) zwischen den beiden Spielern, an einem Tisch oder auf dem Boden. Auf einer Seite der Trennwand hat eine Person Gegenstände aufgebaut oder eine Zeichnung erstellt. Ihre Aufgabe ist es, dem Partner genau zu beschreiben und Anweisungen zu geben, wie er seine Seite identisch nachbauen kann. Beispiele, nach Schwierigkeitsgraden unterteilt, findet ihr unten.
Einfache Kleinkind-Aktivität:Türme bauen
Spieler eins baut einen Turm aus Bauklötzen oder Legosteinen. Anschließend beschreibt er/sie dem Partner oder der Partnerin, wie der Turm gebaut wird. Zum Beispiel: „Zuerst kommt ein blauer Stein nach unten, dann ein roter in die Mitte und zum Schluss ein grüner nach oben.“ Der Partner oder die Partnerin befolgt diese Anweisungen genau und baut den Turm nach. Sind beide Türme fertig gebaut, entfernt ihr die Sichtschutzwand und vergleicht die Türme miteinander.
Mittelschwere Kleinkind-Aktivität:Spielzeugtiere ordnen
Zuerst malt ihr auf zwei Blätter Papier die gleiche einfache Bauernhof-Szene, z.B. ein Feld, eine Scheune, einen Teich und ein Haus. Ein Spieler platziert seine Tiere auf verschiedene Bereiche der Bauernhof-Szene. Dann beschreibt er seinem Partner, welche Tiere wo sind, zum Beispiel: „Die Kuh ist auf dem Feld, das Pferd ist im Teich und das Huhn ist neben dem Haus.“ Der Partner befolgt die Anweisungen hinter einem Sichtschutz, bis alle Tiere platziert sind. Anschließend wird der Sichtschutz entfernt, um zu sehen, ob die beiden Szenen genau übereinstimmen.
Spannende Mal-Idee für etwas ältere Kleinkinder: Wir malen einen Außerirdischen
Der erste Spieler malt ein Alien mit verschiedenen Farben, ohne dass der Partner zusieht. Anschließend beschreibt er/sie dem Partner das Alien so genau wie möglich, während der Partner es nur nach den Anweisungen malt. Zum Beispiel: Male einen großen Kreis als Kopf, es hat drei Augen in der Mitte, vier lange Beine und einen Arm oben auf dem Kopf. Wenn ihr fertig seid, nehmt die Trennwand weg und vergleicht die Bilder.
Von El Robertson