B-Laut-Therapie: Ein Ratgeber für Eltern

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B-Laut-Therapie

Hallo, liebe Eltern und alle, die sich für die spannende Sprachentwicklung von Kindern interessieren! Mein Name ist Christina Eitel und ich bin Logopädin. Heute tauchen wir gemeinsam in ein Thema ein, das viele von euch bewegt: Warum spricht mein Kind noch nicht oder nur sehr wenig? Wir beleuchten die fünf häufigsten Ursachen für Sprachverzögerungen und besprechen, wie wir unsere kleinen Entdecker dabei bestmöglich unterstützen können. Bleibt unbedingt dran – es lohnt sich! Die häufigste Ursache für Sprachverzögerungen ist oft ein Mangel an sprachlicher Anregung – und das ist ein ganz entscheidender Punkt! Viele Eltern unterschätzen, wie unglaublich wichtig es ist, von Anfang an viel mit dem Kind zu sprechen, vorzulesen und zu singen. Je mehr das Kind Sprache hört, erlebt und selbst ausprobieren kann, desto besser kann es diese auch entwickeln. Versucht, im Alltag viele kleine Momente zu schaffen, in denen ihr ganz bewusst mit eurem Kind kommuniziert. Beschreibt, was ihr seht oder gerade tut, stellt altersgerechte Fragen und hört aufmerksam zu. Gemeinsame Bilderbuchbetrachtungen sind hier übrigens Gold wert! Ein weiterer häufiger Grund für Sprachverzögerungen können Hörprobleme sein. Ein Kind, das nicht richtig hört, kann auch Sprache nicht optimal wahrnehmen und verarbeiten. Dabei muss es sich nicht immer um eine ausgeprägte Schwerhörigkeit handeln. Manchmal reichen schon kleine Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, die beispielsweise nach Erkältungen auftreten können. Deshalb ist es so wichtig, die Hörfähigkeit eures Kindes regelmäßig überprüfen zu lassen. Besonders hellhörig solltet ihr werden, wenn euer Kind oft nicht reagiert, wenn ihr es ansprecht, sehr laut Musik hört oder generell leise Geräusche zu überhören scheint. Sprecht im Zweifelsfall immer mit eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin! Als dritte Ursache, die die Sprachentwicklung bremsen kann, nennen wir die eingeschränkte Mundmotorik. Das bedeutet, dass die Muskeln im Mundbereich – also Zunge, Lippen und Kiefer – nicht optimal zusammenarbeiten. Dies kann das Artikulieren von Lauten und das Bilden von Wörtern erschweren. Gründe hierfür können zum Beispiel ein zu kurzes Zungenband, aber auch Fehlfunktionen beim Schlucken oder Atmen sein. Wenn euer Kind zum Beispiel Schwierigkeiten beim Essen und Trinken hat, häufig den Mund offen hält oder sehr undeutlich spricht, könnte das ein Hinweis auf Probleme mit der Mundmotorik sein. Auch hier gilt: Euer Kinderarzt oder eure Kinderärztin ist die erste Anlaufstelle. Als vierten Punkt möchte ich das Thema Entwicklungsverzögerungen im Allgemeinen ansprechen. Die Sprache ist nämlich eng mit der gesamten Entwicklung eines Kindes verknüpft. Wenn ein Kind in anderen Bereichen wie der Grobmotorik, Feinmotorik oder der kognitiven Entwicklung langsamer vorankommt, kann sich das auch auf die Sprache auswirken. Das bedeutet keineswegs, dass mit dem Kind etwas „nicht stimmt“, sondern lediglich, dass es einfach mehr Zeit und gezielte Unterstützung braucht. Beobachtet euer Kind aufmerksam in allen Entwicklungsbereichen und besprecht Auffälligkeiten mit eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin. Frühzeitige Förderung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Und schließlich kommen wir zur fünften Ursache: Autismus-Spektrum-Störungen. Hierbei handelt es sich um neurologische Entwicklungsstörungen, die sich oft auch auf die Sprache und Kommunikation auswirken. Kinder im Autismus-Spektrum haben häufig Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion, wiederholen bestimmte Verhaltensweisen oder haben sehr spezifische Interessen. Die sprachlichen Auffälligkeiten können dabei von gar keiner Sprache bis hin zu ungewöhnlichen Sprachmustern reichen. Wenn ihr den Verdacht habt, dass euer Kind Anzeichen einer Autismus-Spektrum-Störung zeigt, ist es unglaublich wichtig, dies frühzeitig abklären zu lassen. Eine frühe Diagnose und eine entsprechende Förderung können einen sehr großen Unterschied machen und eurem Kind bestmöglich helfen. Das waren die fünf häufigsten Ursachen für Sprachverzögerungen. Doch denkt immer daran: Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem ganz eigenen Tempo. Wenn ihr euch Sorgen macht oder unsicher seid, zögert nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Euer Kinderarzt oder eine Logopädin / ein Logopäde können euch kompetent weiterhelfen. Die frühzeitige Erkennung und gezielte Förderung sind hier der Schlüssel! Ich hoffe sehr, dieses Video hat euch geholfen, ein besseres Verständnis für das Thema zu entwickeln. Wenn ihr Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare. Bis zum nächsten Mal und bleibt gesund!

Der /b/-Laut ist ein bilabialer Laut, was bedeutet, dass die Lippen bei der Lautbildung zusammengepresst werden. Er ist auch einstimmhafterLaut, was bedeutet, dass die Stimmbänder vibrieren, wenn der Atem aus den Lippen entweicht. Das ist anders als derstimmlose/p/-Laut zum Beispiel, der seinen Klang einfach durch das Entweichen von Luft erhält.

Das ist einer der ersten Laute, die Kinder machen. Es beginnt vielleicht mit Gebrabbel, wie zum Beispiel „ba-ba-ba“, und entwickelt sich dann bis zum zweiten Geburtstag zu „Ball“. Da dieser Laut so grundlegend für die beginnende Sprachentwicklung Ihres Kindes ist, ist es wichtig zu wissen, ob Ihr Kind auf dem richtigen Weg ist.

Sollte Ihr kleiner Schatz mit 4 Jahrenimmer noch Schwierigkeiten mit dem /b/-Laut haben,ist es unerlässlich, die Hilfe einer/eines staatlich anerkannten Logopädin/Logopäden in Anspruch zu nehmen, um die Verzögerung zu beheben und zukünftigen Sprachschwierigkeiten vorzubeugen.

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Um den /b/-Laut zu bilden, können Sie die folgenden Hilfen mit Ihrem Kind ausprobieren.

  • Schau auf meinen Mund(Das hilft ihm zu sehen, was deine Lippen machen.)
  • Mach die Lippen zusammen.
  • Lass die Lippen platzen.
  • Lass deine Stimme summen/ Mach deine Stimme an.

Helfen Sie Ihrem Kind, seine Lippen mit den Fingern sanft zusammenzudrücken, wenn es ihm schwerfällt, sie zu schließen.

Wenn Sie mit Ihrem Kind Laute üben, ist es sinnvoll, auf Silbenebene zu beginnen, bevor Sie erwarten, dass Ihr Kind ganze Wörter oder Sätze mit dem richtigen Laut bilden kann. Man muss erst gehen, bevor man rennen kann, nicht wahr? Schauen Sie mal, ob das Kind den Laut, den Sie vormachen, nachsprechen kann. Falls nicht, braucht es noch ein bisschen Unterstützung, um in Gang zu kommen und die richtige Artikulationsstelle und Lautbildung herauszufinden.

Taktile oder Berührungshilfen für die Artikulationstherapie

Taktile Hinweise oder Berührungsreize können genutzt werden, um bilabiale Laute (das sind Laute, bei denen die Lippen zusammenkommen) zu vermitteln. Dabei geben Sie Ihrem Kind physische Rückmeldung um den Mund herum. Auch wenn der genaue Berührungsreiz je nach Quelle variieren kann, gehört zu den allgemein anerkannten bilabialen Hinweisen, einen oder mehrere Finger auf die geschlossenen Lippen zu legen. Achten Sie darauf, den Finger nicht schnell wegzunehmen, wenn Sie den Laut bilden. Beim „b“-Laut entweicht nicht so viel Luft wie beim „p“-Laut. Erinnern Sie das Kind daran, die „Lippen zusammen“ zu machen. Sie könnten auch einfach mit dem Finger leicht antippen.

Mithilfe von Speech Blubs visuelle und akustische Hinweise zeigen

Speech Blubs Appbietet zahlreiche Aktivitäten, die Sie nutzen können, um gezielt bestimmte Sprachlaute zu trainieren. Die Spiele machen Spaß und sind so fesselnd, dass Ihr Kind gar nicht merkt, dass es an seinen Sprachlauten arbeitet!

Zum Üben des B-Lauts findet ihr hier eine Liste mit Abschnitten und den dazugehörigen Wörtern, die ihr gemeinsam mit eurem Kind üben könnt:

  • Erste Laute:Quak, Blub, Mäh, Sums.
  • Wilde Tiere:Bär, Vogel, Hase, Krabbe, Fledermaus, Biene.
  • Streichelzoo:Hase, Vogel, Häschen.
  • Wunder draußen:Brücke, Ball.
  • Lebendige Farben:Blau, Braun, Schwarz.
  • Lecker-Zeit:Banane, Brot, Burger, Butter, Gemüse.
  • Spielzeugkiste:Roboter, Ballon, Seifenblasen, Murmeln.
  • Wenn ich groß bin:Holzfäller, Klempner.
  • Wir sind Familie:Bruder, Baby, Opa, Oma.
  • Schule ist toll!:Tafel, Buch, Bus.
  • Auf Rädern unterwegs:Bus, Roller, Fahrrad.
  • Universum:Schwarzes Loch.

Wie spielt man Artikulations-Bingo?

  1. Nutzen Sie den Button unten, um unser Artikulations-Bingo-Spielbrett herunterzuladen.
  2. Drucken Sie das Spielbrett aus und geben Sie es Ihrem Kind, oder schneiden Sie die Bilder aus und legen Sie sie in einen Beutel.
  3. Lassen Sie Ihr Kind ein Wort vom Spielbrett oder aus dem Beutel wählen.
  4. Suchen Sie das Wort in der Speech Blubs App und üben Sie es, spielen Sie mit lustigen Filtern und schauen Sie sich Lernvideos an.
  5. Ihr Kind gewinnt, wenn es drei Bilder in einer Reihe (quer, nach unten oder waagerecht) oder das gesamte Spielbrett übt.

Bücher zur Artikulationstherapie

Bücher sind eine wunderbare Möglichkeit, Sprechlaute im Zusammenhang vorzumachen und zu üben. Es gibt viele Bücher, die sich besonders gut für die Laute /b/, /p/ und /m/ eignen. Achten Sie beim Vorlesen darauf, zu pausieren und den Ziellaut für Ihr Kind vorzusprechen. Ein wenig Überbetonung macht hier schon einen großen Unterschied!

Wenn der Reim des Buches bekannt ist oder sich eine Zeile wiederholt, halten Sie inne, zeigen Sie die richtige Lippen- und Zungenstellung vor und ermutigen Sie das Kind, das Schlüsselwort mit seinem gut klingenden /b/, /p/ oder /m/ Laut zu versuchen (z.B. die ___ (Mmmmmmama) im Bus macht schschschschschsch). Das funktioniert auch gut bei Mitsing-Liedern, wo das Kind den nächsten Laut leicht vorhersehen und erwarten kann.

Eines meiner liebsten Bücher, das ich gerne mit meinen Kindern lese, ist,Mäh, Muh, Ich liebe dich.Dieses Buch zeigt verschiedene Tiere und ihre Laute. Es ist voller Wiederholungen, kurz und für kleine Köpfe leicht verständlich.

Das zweite Buch, das ich empfehle, istChicka Chicka Boom Boom.Es eignet sich hervorragend für alle Buchstaben des Alphabets, sodass Sie es immer wieder verwenden können. Es geht die Buchstaben durch und liefert zu jedem Reimwörter. Das bietet viele Möglichkeiten für Kinder, die Laute zu üben.

Wenn Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin sprechen und sich Sorgen um die Sprach- und Sprechentwicklung Ihres Kindes machen, teilen Sie ihm oder ihr diese Bedenken und Beobachtungen unbedingt mit. Niemand kennt Ihr Kind so gut wie Sie selbst, und Sie können wertvolle Einblicke in seine Entwicklung geben. Der Arzt oder die Ärztin wird Ihnen dann Empfehlungen für eine Logopädin oder einen Logopäden geben, die/der eine ausführliche Diagnostik durchführt, um festzustellen, ob eine logopädische Therapie nötig ist.

Wenn dein Kind Schwierigkeiten mit anderen Lauten hat, findest du hier Artikel mit Ideen für Sprachtherapie und Artikulationsübungen:

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